Ich kann das alles verstehen, aber ich würde mir auch nicht vorschreiben lassen, was ich alles darf und was nicht, wenn ich was herstelle und es verkaufe.
Wer in einem gegebenen Land Geschäfte machen will, muss sich an die dort geltenden Gesetze halten. Du darfst als Dachdecker auch keine Dachplatten aus Asbest mehr verkaufen und verbauen. Apple bringt jetzt aber statt alternative Dachplatten gar kein Dach mehr, verkauft aber trotzdem das ganze Haus zum gleichen Preis

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Aber um neue Geräte an den Mann zu bringen, werden die schon einlenken, ansonsten müsste ich mir auch überlegen, ob ich mir neue Geräte kaufen würde, wenn ich viele Features nicht bekomme.
Klar, irgendwann werden sie irgendwas aufgestellt haben, womit "Siri AI" halbwegs in der EU erlaubt ist. Wenn man auf der Apple US Seite schaut, ist es das zentral beworbene Feature von iOS 27. Mich stört hauptsächlich nicht mal die Verzögerung an sich, sondern die Art und Weise, wie das kommuniziert wird und wie Apple sich mit Händen und Füßen gegen den EU DMA wehrt. Es wirkt fast, als wolle man die eigenen Kunden gegen die EU aufhetzen, so wie man behauptet, man mache das ja nur nicht wegen der Privatsphäre und hätte ja eine super tolle Abstraktionsschicht gebaut, womit andere Anbieter auf die Schnittstellen zugreifen könnten, aber die EU hätte das wohl abgelehnt. Das mag stimmen, allerdings sind die Regeln auch einfach: gleichberechtigter Zugriff, d.h. ohne eine Abstraktionsschicht, wo dann wahrscheinlich die Hälfte wieder nicht funktioniert oder der Nutzer eine deutlich schlechtere Erfahrung hat, egal wie gut der alternative Anbieter seine Lösung implementiert. Siehe Third-Party Stores auf dem iPhone.
Hätten sie gestern auf der WWDC angekündigt, dass sie beispielsweise noch daran arbeiten, ihre Schnittstellen vernünftig nach außen hin zugänglich zu machen und es sich deswegen meinetwegen um 3-4 Monate verzögert, wäre das was anderes. Aber aktuell haben sie ja nicht mal einen Plan, wie sie der EU DMA gerecht werden wollen und diese Kernfunktion ist in der EU auf unbestimmte Zeit verzögert.
Wie auch immer, es ist jetzt (vorerst) wie es ist. Abseits davon - und von der miserablen Update-Politik auf Seiten von watchOS - gefällt mir iOS 27 durchaus. Ich würde iOS 26 nicht als totalen Fehlgriff bezeichnen, aber es ist meiner Meinung nach trotzdem eine der schlechtesten iOS-Versionen jemals, vor allem was kleine Bugs und unfertige Ecken angeht.
iOS 27 behält Liquid Glass natürlich bei, aber es hat meiner Meinung nach sehr sinnvolle Updates erhalten. Steuerelemente sind besser hervorgehoben (und sehen auch einfach schöner aus), Transparenzen wurden auch in Standardeinstellung angepasst und teilweise wurde abgeändert, wie verdeckende Elemente aussehen. Außerdem ist nach wie vor einstellbar, wie transparent oder getönt ("milchig") Liquid Glass aussehen soll. Voll auf getönt gedreht kann sich wahrscheinlich keiner mehr über die Lesbarkeit beschweren, die Einstellung sieht aber trotzdem noch stimmig aus. Ich denke die Standardeinstellung ist gut gewählt, das ganze lässt sich stufenlos verstellen.
Die versprochenen Leistungsverbesserungen scheinen nicht nur heiße Luft zu sein, Apps starten selbst in der ersten Beta bereits merkbar schneller. Die "Dateien"-App ist merkbar schneller und auch viel besser in der Handhabung, u.a. beim Durchblättern von Galerien. Ein paar nervige, lang stehende Bugs wurden scheinbar gefixt, beispielsweise funktioniert Face ID jetzt, wenn mit der iPhone-Kamera im gesperrten Zustand eine URL von einem QR-Code geöffnet wird. Ich würde fast behaupten, dass die erste Beta von iOS 27 besser läuft als das aktuelle iOS 26.5.1.
Funktionen, die nicht in irgendeiner Form auf KI beruhen, gibt es kaum welche. Ist auch nicht schlimm, dafür wurden viele Kleinigkeiten verbessert. An KI-Funktionalität fehlt in der EU wie gesagt das "Killer Feature" (zumindest wird es von Apple als solches beworben), dennoch sind die kleineren, nicht systemübergreifenden KI-Funktionen auch in der EU erhältlich.
Dazu gehören die neuen Funktionen zur Bildbearbeitung, womit ein BIld über seine eigentlichen Grenzen hinaus erweitert werden kann, eine verbesserte Objekt-Entfernung und es ist möglich, die Kameraperspektive zu verändern. Ich habe alle Funktionen mal ausprobiert, und es funktioniert tatsächlich ziemlich gut - sprich man kann es situativ "ernsthaft" benutzen - manchmal kommt aber auch totaler Unsinn bei raus. Technisch wird eine Mischung aus auf dem Gerät und in "Private Cloud Compute" laufenden KI-Modellen verwendet. Beispielsweise wird beim Ändern der Perspektive die Vorschau sinnvollerweise in Echtzeit über ein lokales Modell dargestellt, die finale Berechnung wenn man die Perspektive bestätigt findet dann aber mit einem mächtigeren Modell in der Cloud statt.
Genmoji und der Image Playground wurden ebenfalls komplett überarbeitet und arbeiten - wenn ich das richtig beurteilen kann - jetzt vollständig in der Cloud. Im Playground lassen sich Bilder entweder von Grund auf generieren, spannender finde ich aber die Bearbeitungsfunktionen, wo sich durch kurze textuelle Änderungswünsche die gesamte Szene mit verändern lässt (beispielsweise Tageszeit) oder auch einzelne Objekte (Farbe/Aussehen verändern, Position verschieben etc.). Das funktioniert auch nicht perfekt (so ist das eben mit KI), aber teilweise sieht es glaubwürdig genug aus.
Auch ganz praktisch finde ich, dass man sowohl im Kalender als auch in den Erinnerungen bei Anlage eines Events selbiges einfach beschreiben kann, statt alle Felder einzeln auszufüllen. Beispielsweise könnte man "Lunch with my cousin at McDonald's tomorrow" eingeben und Datum, Uhrzeit, Standort, Teilnehmer und Titel ergeben sich aus dem Satz (ist übrigens keine Empfehlung, sich fürs Mittagessen bei McDonald's zu verabreden).
Technisch redet Apple zumindest für die lokal laufenden Modelle von einer Fusion ihrer Foundation Models und Gemini-Modellen, während Private Cloud Compute scheinbar auch größere Gemini-Modelle verwendet. Die Verwendung von Private Cloud Compute ist pro Tag begrenzt, mit iCloud+ sollen diese Limits erhöht werden. Genaue Limits hat Apple aber zumindest bisher noch nicht angegeben, und ich bin bei meinen Tests auch nie in ein Limit geraten.