Gestern Abend habe ich die letzte Folge geschaut und bin nun hin- und hergerissen.
Ja, am Ende wurde es zunehmend spannend und die Schauspieler waren auch sehr überzeugend. So weit, so gut. Aber was ich den Machern der Serie übel nehme, ist dieser Hang zur billigen Effekthascherei. Manchmal hatte ich das Gefühl, man versucht krampfhaft Ekelszenen einzubauen um inhaltliche Schwächen zu kaschieren. Warum ich als Zuschauer mir mehrfach anschauen muss, wie es zu dramatischen Fehlgeburten kommt und ich den Frauen dabei regelrecht in die Vulven schauen muß, habe ich insofern genauso wenig verstanden, wie den Umstand, dass man ständig versucht bestimmte Charaktäre maximal abstoßend darzustellen. Ich mag diese plumpe schwarz-weiß-Malerei einfach nicht, die mich oftmals an die Boulevard-Presse bzw. die Bildzeitung erinnert.
Oder das leidige Thema mit den Dunkelhäutigen: Nein ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn man diese auch in House of the Dragon einbaut. Aber warum zum Teufel verpasst man ihnen dann diese albernen weißblonden Perücken, mit denen sie irgendwie aussehen wie absonderliche Mischwesen?

Da könnte man ihnen eigentlich gleich ein Schild um den Hals hängen, wo drauf steht: "Ich bin der Quoten-Schwarze".

Oder anders gefragt: Whitefacing gilt als rassistisch, aber weiße Perücken sind bei Schwarzen jetzt plötzlich politisch korrekt oder was?

Nee, Kampf gegen Rassismus darf imho nicht so plump daherkommen, ansonsten wird es wirklich irgendwann grotesk und der Schuß geht total nach hinten los!
Abschließend eine Bewertung abzugeben fällt mit entsprechend schwer. Ja,, House of the Dragon ist eine spannende und unterhaltsame Serie. Aber sie wirkt halt stellenweise auch so plump und so stereotyp, dass es mich regelrecht schmerzt. Und warum diese merkwürdigen und konfusen Zeitsprünge, die einfach nur verwirren?

Warum kann man die erste Staffel nicht der jungen Rhaenyra widmen und warum tauscht man einfach mittendrin die bis dahin wirklich überzeugende Schauspielerin aus?

Die einzig logische Antwort: Man wollte halt schnellsmöglichst viel Drama veranstalten und die Zuschauer so bei der Stange halten.

Nee, mir war das dann teilweise echt zu billig.
Ich vergebe aufgrund der Spannung und der durchaus guten Schauspieler, aber auch angesichts der vielen Mängel, eine 7 von 10.
Game of Thrones war allerdings mindestens eine Klasse besser, und zwar in jeder Hinsicht!