Ich würde sagen es nimmt sich nicht viel, bzw. kommt es auf einige Faktoren an.
Im Artikel wurden 3 Punkte erwähnt:
"Mehr Software" heißt ja nicht, dass es mehr Software für macOS als für Windows gibt, sondern lediglich, dass macOS in puncto wichtiger Software langsam aufgeholt hat, unter anderem durch die Beliebtheit der Apple Silicon Chips und vielleicht auch einfach den vielen Electron Apps.
"Sicherheit als Systembestandteil" ist zwar nicht falsch, aber bei Windows ist bspw. auch BitLocker integriert - ob das jetzt besser, schlechter oder ähnlich sicher wie FileVault 2 ist, überlasse ich mal unabhängigen Sicherheitsforschern. Insgesamt setzt sich die Sicherheit auf Hardwareebene bei Windows-PCs/Laptops von verschiedenen Herstellern zusammen. Das EFI mit Secure Boot vom einen Hersteller, der Fingerabdrucksensor vielleicht von Synaptics, das TPM-Modul u.U. von noch wem anders (oder Firmware TPM vom CPU-Hersteller), Microcode vom CPU-Hersteller und so weiter (die schreckliche und oft nicht abschaltbare Intel Management Engine darf man auch nicht vergessen). Bei Apple kommt spätestens seit den M1 SoCs alles von Apple. Secure Boot stellt kaum ein Hindernis dar. Dennoch muss man hier sagen "kommt darauf an" - und zwar wie lange jeweilige Komponenten unterstützt werden. Und nur, weil ein TPM-Modul in den letzten 6 Monaten kein Firmware-Update erfahren hat, ist es nicht gleich unsicher. Ein weiterer Vorteil aus der Hinsicht beim Mac ist, dass die Firmwareupdates alle automatisch mit den Systemupdates aufgespielt werden. Bei Windows-Computern benötigt das oft zusätzliche Software vom Hersteller. Sei es jetzt ein Samsung-Programm, um die Firmware der SSD zu aktualisieren, oder Herstellersoftware wie Lenovo Vantage, um Treiber und Firmware zu aktualisieren. Auch hier gibt es bspw. unter einigen Linux-Distributionen Mechanismen, wie Firmwareupdates über normale Softwareupdates mit eingespielt werden können, unter Windows wäre es mir aber neu, dass sowas regelmäßig über Windows Update passiert.
Der "Gebrauchtmarkt" ist in der Preisrechnung wohl der größte Punkt, denn da halten sich Macs vergleichsweise stabil. Ein potenzieller Käufer kann auch eher was mit "MacBook Air M1" anfangen, als mit "Lenovo ThinkPad T490 mit dGPU" - die spezifischen Modelle werden einfach besser gefunden. Preislich kann man - wenn man jetzt nicht gleich unglücklich während der Übergangsphase zu Apple Silicon noch einen Intel Mac gekauft hat - oft noch einen nicht kleinen Teil vom Neupreis bekommen. Das ist zwar schön und gut, aber gebraucht verkaufen birgt auch immer gewisse Risiken und einen gewissen Aufwand - nichts für Jedermann.
Was die Versorgung mit Betriebssystemupdates angeht, so hat sowohl Apple als auch Microsoft vor ein paar Jahren einen großen Cut gemacht. Windows 11 verlangt mindestens AMD Ryzen 2000 (Zen+) oder Intel Core i 8. Generation (Coffee Lake), alles vor Ende 2017 wurde Ende 2021 also abgeschnitten: wer zu einem ungünstigen Zeitraum gekauft hat, hat knapp 4 Jahre nach Kauf seines Gerätes schon kein großes Update mehr bekommen. Windows 10 wird aber immerhin bis 2025 unterstützt. Bei Apple ist es aber im Prinzip ähnlich, vor allem, weil jede neue Hauptversion vom Betriebssystem eine große Scheibe der Intel-Macs abschneidet. Aktuell unterstützt macOS Sonoma nur MacBook Pro ab 2018 oder das ultrakompakte MacBook ab 2017. Im Prinzip ähnlich gut oder schlecht, wie Windows 11. Ich denke beide Unternehmen werden hier mit dem nächsten macOS und auch Windows 12 weiter fröhlich etwas ältere Hardware abschneiden. Mit Tricks kann man sowohl Windows 11 als auch macOS Sonoma auf älteren, offiziell nicht unterstützten, Geräten installieren, aber das sehe ich zumindest für Unternehmen als kritisch, weil systemspezifische Sicherheitslücken nicht (zwingend) gestopft werden und das würde ich deswegen nicht in die Wertung einfließen lassen.
Was die Kaufpreise angeht: ein ähnlich gescheit konfigurierter Windows-PC kostet ähnlich viel, da stimme ich zu. Selbst beim günstigsten MacBook bekommt man ein sehr gescheites Display, Aluminium-Gehäuse, eine sehr effiziente CPU/SoC, ungeschlagene Akkulaufzeit, sogar solide Lautsprecher und, und, und. Beim Kauf eines Windows-Notebooks (oder PCs) kann man sich aber besser aussuchen, wohin das Budget fließt. Einfach viel Leistung, Display und Akkulaufzeit egal (wo ich mich frage, warum man dann überhaupt ein Notebook kauft, aber anderes Thema)? Kann man machen. Von Apple gibt es diese Flexibiliät nicht. Wer mehr als die Basiskonfiguration möchte oder braucht, zahlt bei Apple auch deutlich mehr als bei anderen Herstellern, vor allem was RAM und SSD angeht. 8 GB RAM mehr kosten gleich mal 230,-€ - und da kann Apple die Speicherverwaltung von macOS auch noch so schön reden, ein 64-Bit Wert verbraucht sowohl unter macOS als auch unter Windows ... you guessed it ... 64 Bit! Bei SSD-Preisen ist es ähnlich. Zumindest die SSD kann ich in den allermeisten Windows-Laptops selbst tauschen. So gibt es 2 TB für aktuell 175,-€ mit einer Samsung 990 PRO - viel schneller geht es nicht. Bei Apple kostet mich alleine das Upgrade von 512 GB auf 1 TB 230,-€. Bei Macs, die bei lausigen 256 GB anfangen, kostet das Upgrade auf 512 GB schon 230,-€ - auf 1 TB dann entsprechend 460,-€. Dafür (bzw. auch für weniger) bekomme ich dann eine 990 PRO mit 4 TB. Das ist alles nicht zu 100 % vergleichbar, weil auch bei Windows-Laptops die Upgrades direkt vom Hersteller mehr kosten, als eine separate SSD im Online-Shop. Aber einmal sind die Aufpreise in über 90 % der Fälle nicht annähernd so übertrieben, und zum anderen habe ich mit einem Windows-Laptop - mal wieder - mehr Optionen.
Mein erstes MacBook Pro von 2010 habe ich gut 7 Jahre verwendet. Allerdings habe ich es währenddessen auch zweimal aufgerüstet: einmal die 320 GB Festplatte durch eine 120 GB SSD (war damals teuer

) ersetzt und dann den RAM später von 4 GB auf 8 GB aufgestockt. Hätte ich vor allem die SSD nicht selbst aufrüsten können, wären es sicher deutlich weniger als 7 Jahre gewesen. Heute kann ich den Storage beim Mac nicht mehr (selbst) aufrüsten. Jetzt glaube ich zwar nicht, dass SSDs in den nächsten 7 Jahren einen Performancesprung machen, der wie damals mit Festplatten zu SSDs vergleichbar ist. Mein Punkt ist aber, dass die Konfiguration, die ich mir heute beim Neukauf eines Macs aussuche, auch die gesamten Jahre halten muss.
Und wenn ich den Mac dann großzügig bestückt habe, kann es immer noch sein, dass nach ein paar Jahren ein Defekt auftritt. Das kann bei einem Windows-Laptop natürlich genauso passieren, hier kann ich aber zumindest ein paar Komponenten noch preiswert selbst austauschen. Reparaturen bei Apple sind bei 4-5 Jahre alten Geräten meistens wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll. Da ist man dann schnell im 4-stelligen Bereich und wenn ich dann nicht mehr so viel drauflegen müsste, um ein neues Gerät zu bekommen, wird das häufig die bessere Wahl sein.
Deswegen ist mein Fazit wie im ersten Satz meines Posts schon erwähnt: es kommt auf einige Faktoren an.
Mein 2010er 13" MacBook Pro hat mir 7 Jahre lange gute Dienste geleistet und selbst danach habe ich es günstig an wen abgetreten, die noch gut 3 Jahre zufrieden damit war, bevor sie auf ein M1 MacBook Air umgestiegen ist (zwischendurch hatte sich der Akku mal aufgebläht, aber der war mit einem iFixit-Ersatzakku wohl auch schnell ausgetauscht). Mein 2016er 13" MacBook Pro (Anfang 2017 gekauft) habe ich nach ca. 2 Jahren verkauft, weil es die bekannten Tastaturprobleme hatte und zusätzlich war das in der Übergangsphase, wo die etwas "stromsparenderen" Prozessoren von Intel immer noch nur 2 CPU-Kerne hatten. Das wurde erst Anfang 2018 besser. Und das hat man dann doch langsam gemerkt. Mein MacBook Pro mit M1 Max (2021, Anfang 2022 gekauft) habe ich üppig ausgestattet (M1 Max, 64 GB, nur die SSD ist mit 512 GB eher klein), weshalb das auch ohne Upgrades viele Jahre gute Dienste leisten sollte. Aber der Anschaffungspreis war mit um die 3.600,-€ auch in einem Bereich, wo man nicht mehr von "günstig" reden kann. Und hier hat man dann die Wahl entweder brav Apple Care zu bezahlen, oder - sollte mal was kaputt gehen - richtig Asche auf den Tisch legen.