Colony Wars
„Als ich sehr jung war beherrschte das Erdimperium den Himmel, der Tzar und seine Flotte sahen alles wussten alles und bestraften alles. Wir in den Kolonien konnten uns nicht vorstellen, dass es einmal anders werden könnte, geschweige denn das wir uns an einen Aufstand beteiligen würden. Aber dann begann ein wahres Gemetzel. Und jetzt gibt es tausende wie mich, Veteranen der Liga der freien Welten, die darauf brannten gegen dieses unmenschliche Imperium zu kämpfen. Die Koloniale Navy verwüstete ganze Sternensystem, raubte Nahrungsmittel und Rohstoffe um diesen sterbenden Planeten zu retten den sie immer noch Heimat nannten.
Aber unser berühmter Sieg in der Schlacht von Bennay gab uns Selbstvertrauen und die Zeit unsere Flotte zu verstärken. Vor allem aber gab sie unseren Anführer, dem Vater, wieder einen Grund an eine Zukunft zu glauben.“
Dies ist die Einleitung zum Spiel Colony Wars welches auf der PSX erschien und ich euch mit dieser Review vorstellen möchte.
Handlung
Die Handlung spielt im 5. Jahrtausend, etwa 47. Jahrhundert. Die Menschheit hat ein großes Sternensystem übergreifendes Imperium geschaffen, doch dieses Imperium ist nicht friedlich oder idyllisch sondern ausbeuterisch und tyrannisch. Die Erde ist komplett ausgebeutet und leidet an extremer Überbevölkerung um diese beiden Probleme zu bekämpfen werden ständig neue Systeme kolonisiert und die dort vorhandenen Rohstoffe ausgebeutet um das Leben auf der Erde weiterhin zu ermöglichen. Das Leben in den Kolonien ist alles andere als schön und so regt sich Widerstand bis es zum Aufstand kommt in diesem Aufstand, kämpft der Spieler als namenloser Pilot der Liga der freien Welten.
Die Handlung beginnt wenige Monate nach der im Intro erwähnten Schlacht von Bennay, jener Schlacht in der die Liga eine Flotte der Navy vernichtend schlug was ihr großen Zulauf brachte, da man zeigte das Erdimperium und seine koloniale Navy sind nicht unbesiegbar. Dieser Krieg wird mehrere Jahrzehnte dauern und sich über mehrere Sternensysteme erstrecken. Wohin die Reise geht, das hängt von eurem Können oder eben Unvermögen ab. Warum? Das erfahrt ihr im Punkt Gameplay.
Das Gameplay
Die grundlegenden Steuerungselemente werden euch in einem ausführlichenTutorial erklärt. Es gibt dabei 6 Tutorial Missionen, je drei für die Steuerung und das Fliegen und drei für den Kampf, diese sind als eine Art Grundausbildung aufgebaut. Vor jeder Mission gibt es eine Einsatzbesprechung in der euer Auftrag erklärt wird, je nach Aufgabe wird euch ein entsprechender Jäger zugeteilt, diesen könnt ihr nicht wählen sie sind aber in den meisten Fällen passend auf die Aufgabe zugeschnitten. Sie reichen von Aufklärer, über Bomber bishin zu schweren Jägern. Jede Maschine hat dabei eigene Stärken. Schwere Jäger sind langsam und behäbig haben aber dafür eine sehr starke Feuerkraft. Abfangjäger sind wendig haben aber keine so starke Feuerkraft. Die Missionen sind dabei unterschiedlich, von einfachen „Vernichte alle Feinde“ über dem beschützen von eigenen Kräften bis hin zum Erobern von feindlichen Anlagen ist alles vertreten. Neben Schilden und Rumpfstärke (im Spiel die Bezeichnung für die Panzerung) gibt es noch die Sensorenstärke, die ist wichtig denn diese kann ausgeschaltet werden mittels EMP Waffen was das gegnerische Schiff außer Gefecht setzt. Jagdmaschinen werden kurzzeitig deaktiviert, Flottenmaschinen können dauerhaft ausgeschaltet werden, sodass sie keine Gegenwehr mehr leisten und einfacher zerstört werden können. Missionen können nicht nur gewonnen sondern auch verloren werden, dabei ist eine Niederlage nicht gleich ein Game Over. Doch Sieg oder Niederlage entscheiden die Route in der Handlung, Niederlagen können meist noch mit einem Sieg in der folgenden Mission ausgeglichen werden. Zu häufiges verlieren, oder verlieren an kritischen Punkten führt jedoch zu einem anderen Handlungsstrang der einen endgültigen Sieg der Liga ausschließt und wo das beste Ergebnis ein Patt zwischen Liga und Navy ist.
Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist anfangs noch recht moderat, steigt aber im späteren Verlauf an. Was ebenfalls eine realistische Darstellung ist, Missionen die man auf Niederlage erhält sind deutlich schwerer als jene die man bekommt wenn man gewinnt, logisch, verliert man Gefechte oder Schlachten wird es nicht einfacher für die eigene Seite sondern schwerer. Die Handlungsroute die nach Diomedes und Alpha Centauri führt ist z. B. deutlich schwerer als jene die über Draco ins Sol System führt. Ein weiterer Punkt der den Schwierigkeitsgrad erhöht sind die Werte der Schiffe, zwar haben sowohl Liga als auch Navy annähernd gleiche Schiffsklassen, doch die Flottenmaschinen der Navy sind immer deutlich stärker beschildet und gepanzert als ihre Liga Gegenparts. In der Regel liegt das Verhältnis bei 2 : 1. Als Beispiel, die Liga Fregatte hat eine Schild und Rumpfstärke von je 300, die Navy Fregatte je 600. Was bedeutet, die Fregatte welche die schwächste Flottenmaschinen Klasse ist hat auf Navy Seite stärkere Schilde und Panzerung als das größte und stärkste Großkampfschiff der Liga, das Schlachtschiff welches jenur 500 hat. Lediglich bei den Jagdmaschinen sind die Liga Schiffe besser beschildet und gepanzert als ihre Navy Pendants. Dies passt aber auch Inverse, da die Liga ja letztlich eine Aufständischen Vereinigung ist die mehr auf den Kleinkrieg setzt, statt auf große Schlachten und sie auch nicht die großen Waffenfabriken wie die Navy hat. Nach jeder Mission könnt ihr eine Statistik einsehen wie viele Maschinen verloren gingen und wie viele Feindmaschinen ihr und eure KI-Verbündeten zerstört haben. Das schießen auf Verbündete führt zu einer Warnung „Achtung sie greifen eigene Maschinen an.“passiert dies noch häufiger wird man ein letztes Mal gewarnt dass man dies unterlassen soll da man sonst als Verräter gilt, weiteresfriendly fire führt dann zum Ausstoß aus der Liga, und zur Selbstzerstörung des Schiffes und game over.
Die Datenbank
Was meine ich mit Datenbank? Ich meine damit nicht die Spielstände der Memory Card, sondern die Inverse Datenbank. Ich mag eine ausführliche Lore in Spielen und Colony Wars hat diese in einem wirklich großen Umfang, einem Umfang den man eigentlich nur von großen RPGs kennt. Jedes der 5 Sternensysteme Gallonigher, Diomedes, Draco, Alpha Centaurus und Sol haben eine eigene Datenbank die die allgemeinen, geschichtlichen und militärischen Informationen umfasst. Aber das ist noch nicht alles, auch jeder einzelne Planet der Systeme hat seine eigene Datenbank mit diesen drei Kategorien an Informationen. Und wenn ihr glaubt das war es schon, nein auch die Raumschiffe und Raumstationen haben ihre eigene Datenbank, mit den Werten und den Hintergrundinformationen. Und alle diese Informationen sind vertont.Die Datenbank ist für mich einer der Gründe das Spiel immer nochmal wieder zu starten, es hat etwas von einer Art Inverse Geschichtsstunde.
Kleiner Fakt, die Namen der Cheats die man eingeben kann werden alle in der Datenbank genannt. Ein Kommandant des Erdimperiums der wegen seinerpazifistischen Ansichten exekutiert wurde? Den Namen eingeben undschon sind alle Level auswählbar.


Sowohl Systeme als auch die Raumschiffe haben eine Datenbank in der viele Informationen erklärt werden. Hier am Beispiel des Draco Systems und der Schlachtschiffe.
Der Umfang
Colony Wars kommt auf zwei CDs, die zweite CD ist dabei für die Videos der zweiten Hälfte des Spiels. Das Spiel umfasst insgesamt 9 Akte von denen jeder 1, 3 oder 5 Missionen umfasst. Jeder Akt wird durch ein Video eingeleitet. Das Spiel bietet zudem 6 verschiedene Enden. Ein kompletter Durchgang dauert etwa 4 bis 6 Stunden, der Wiederspielwert wird durch die verschiedenen Enden erhöht, wobei es 3 schlechte Enden gibt und drei gute. Wobei Ende 5 und 6 fast identisch sind, bis auf den letzten Sekunden.

Der komplette Missionsbaum besitzt einige Verzweigungen, doch das Hauptziel sollte es sein ins Sol System die kleinen blauen Abschnitte zu gelangen, da nur diese das Happy End beinhalten und das 5. Ende welches canonisch ist.
Grafik und Musik
Es ist ein PSX Spiel also sollte man keine nach heutigen Maßstäben gute Grafik erwarten, doch zu seiner Zeit war Colony Wars grafisch ein solides Spiel. Wobei es auch Unterschiede zwischen Zwischensequenzen und Ingame Grafik gab. Nicht nur waren die Schiff ein den Videos abgerundeter und weniger kantig, zumindest die Schiffe der Navy wirkten Ingame deutlich kleiner und weniger imposant als inden Videos. Das beste Beispiel hierfür ist die Fregatte. Diesewirken relativ groß in den Videos und klein im Spiel.


Der Unterschied zwischen Video und Ingame Grafik anhand einer Navy Fregatte, rechts das Video, links die Ingame.
Was den Sound und die Musik angeht. Das Spiel bietet insgesamt 16 verschiedene Musikstücke, welche nicht nur die verschiedenen Videos musikalisch untermalen sondern auch in den verschiedenen Missionen zuhören sind. Etwas nervig, fand ich jedenfalls, ist dass die Musik bei jeder Transmission in den Missionen stoppt und dann wieder vonvorne anfängt. Kein großer Minuspunkt aber schon ein wenig nervig.
Die Sprachausgabe ist komplett auf deutsch, ja dass geht und gab es früher öfters das Spiele auch mal eine deutsche Vertonung hatten. Diese Vertonung ist auch sehr gut gelungen, ob nun Einsatzbesprechung, Erklärungen oder Transmissionen alles wirkt authentisch und es ist wirklich alles vertont. Also die ganzen bereits erwähnten Daten der Systeme, jede Information zu einem Schiff alles wurde vertont. Für mich ein großer Pluspunkt. Es hat wirklich in der Datenbank etwas von einem Hörbuch. Die Transmissionen der Flügelmänner oder auch Flügelfrauen (Ja die Liga macht da keinen Unterschied, ob Mann oder Frau jeder darf für Freiheit und gegen Tyrannei und Unterdrückung kämpfen und/oder sterben) hören sich dabei alle an als würden sie aus einemFunkgerät stammen, ob dass in 2.500 Jahren noch so sein wird weißich nicht, aber es gibt dem ganzen einen netten Charme, finde ich.
Mein Fazit
Wie sieht nun am Ende mit mein Fazit aus? Colony Wars ist für mich eines der besten Spiele die ich gespielt habe und das beste PSX-Spiel. Die Grafik mag heute völlig veraltet sein und auch die Handlung ist nicht die originellste aber dafür finde ich die ganze Inverse Lore die einem präsentiert wird einfach großartig. Das was einem hier an Hintergrundinformationen zum Verse dargeboten wird findet man nur selten und wenn man bedenkt dass es sich nur um ein Spiel handelt undnicht um eine ganze Marke drum herum wie dies bei Star Wars oder Star Trek der Fall war, dann wirkt das meiner Meinung noch noch beeindruckender. Was soll ich groß sagen, ich mag die Reihe, zumindest die ersten beiden Teile, einfach. Das Design der Schiffe und Stationen, die Musik, die Lore das sind jene Punkte die ich so sehr schätze, über die Grafik kann ich hinwegsehen denn die war zuihrer Zeit gut, sie mit heutigen Spielen zu vergleichen wäreunpassend weil es andere andere Ära war. Es würde ja auch niemand einen Tiger I mit einem Leo2 vergleichen und sagen „Der Tiger I ist aber scheiße“ nein ist er nicht, er ist aus einer anderen Ära undin seiner Ära war er gut und so ist es auch mit Colony Wars. Ichwürde mir wirklich ein Remake wünschen oder eine Neuveröffentlichung im Store wie bei den Oddworld Spielen. Von mir 95 von 100 Punkte.
Colony Wars
Systeme: PSX
Entwickler: Psygnosis
Publisher: Psygnosis
Genre: Weltraumshooter
Release: 14.11.1997
Ähnliche Spiele: Wing Commander
Gesamtwertung:95%